Geschichte

Schon in der Steinzeit lebten die Khoi San hier in dieser Gegend, wie Zeugnisse in den Sandsteinhöhlen an der Küste belegen. Die jüngere Geschichte von Knysna beginnt Anfang des 19. Jahrhunderts ist eng mit der Holzwirtschaft verbunden. Die ausgedehnten Waldgebiete um Knysna waren eine wichtige Quelle für den wertvollen Rohstoff Holz und auf einem historischen Spaziergang durch Knysna werden Sie noch viele Zeugnisse aus dieser Zeit finden.

Historic Main Street Knysna

Der Name Knysna (‚Neisna‘ ausgesprochen) ist ein Khoi Wort, aber seine genaue Bedeutung ist unsicher. Es könnte „Ort des Holzes“ oder „Farnblätter“ bedeuten, im Hinblick auf die ausgedehnten Waldgebiete die Knysna umgeben, zurückzuführen auf das Hottentotten-Wort „Xthuys Xna „.

Eine andere mögliche Übersetzung stünde für „gerade nach unten“ im Hinblick auf die steilen Sandsteinklippen an den Knysna Heads. Die Knysna Heads dürften eine der auffälligsten geologischen Eigenschaften entlang der gesamten Küste des südlichen Afrika sein. Sie flankieren einen tiefen, tückischen Kanal, durch den das Meer fließt und sich in der weiten und atemberaubend schönen Lagune an der Mündung des Flusses Knysna mit dessen Süßwasser vermischt.

Unter den ersten Menschen in dieser Gegend war der Volksstamm der Khoi Khoi (übersetzt: „Menschen, Menschen“ oder „wahre Menschen“), auch Outeniquas genannt.

Als portugiesische Seefahrer im 16. Jahrhundert die Südküste Afrikas kreuzten, berichteten sie oft von Rauchsäulen die an Land aufstiegen. Diese Rauchsäulen stammten von den Khoi Khoi, die Bienenstöcke ausräucherten um an deren Honig zu gelangen. Daraus ergab sich der Name Outeniqua, übersetzt „Männer beladen mit Honig“.

Knysna liegt im Herzen des Outeniqua Landes.

Bereits in der Steinzeit zogen Menschen aus dem Grasland und der Savanne Afrikas und besiedelten den Rest des afrikanischen Kontinents. Im Land der Outeniqua Berge fanden sie frisches Quellwasser, Wälder voller Wild und auch das Meer bot ein breites Nahrungsangebot. Es war in der Tat ein blühendes Land in dem Milch und Honig flossen und somit ist es nicht verwunderlich, dass die Geschichte der Menschheit hier bis ins frühe Steinzeitalter zurückgeht.

Nach der Besiedelung von Kapstadt im Jahr 1652 begannen die Europäer das Hinterland zu erkunden und erreichten die Knysna Lagune im Jahre 1760.

Die reiche und bunte Geschichte von Knysna überspannt die Tage der Segelschiffe, Holzgewinnung und sogar einer kurzen Zeit in der hier ein Goldrausch stattfand. Die riesigen einheimischen Wälder außerhalb von Knysna waren eine unschätzbare Quelle von Holz für Gebäude, Schiffe und Wagenbau und noch heute kann man die Spuren aus den Zeiten der Hochkonjunkur des Holzhandels in einigen alten Gebäuden der Stadt finden. Nehmen Sie sich etwas Zeit für den „Heritage Building Walk“ .

Melkhoutkraal (Milkwood Kraal) war eine der ersten Farmen in dieser Gegend. Sie wurde um 1770 gegründet. Heute befindet sich das Industriegebiet auf dem alten Farmgelände.

Als Gründer von Knysna wird George Rex (1765 – 1839) gesehen, der die Farm Melkhoutkraal im Jahre 1804 kaufte. Er soll unbestätigten Aussagen zufolge der uneheliche Sohn Georg des III. (König des Vereinigten Königreiches von Großbritannien und Irland) gewesen sein.

George Rex hat viel für die wirtschaftliche Entwicklung der Gegend getan und es ist wohl ihm zu verdanken, dass Knysna 1817 zur Hafenstadt wurde. Die Holzindustrie erfuhr dadurch einen großen Aufschwung. Die erste Kirche in Knysna, die St. George's Church trägt seinen Namen. Der Grundstein für die Kirche wurde in April 1849 von John Rex, dem Sohn von George Rex gesetzt.

Zwei weitere eng mit der Geschichte Knysna’s verbundene Namen sind Thomas Henry Duthie und die Thesen Familie. Henry Duthie war der Schwiegersohn von George Rex und gründete Belvidere auf der westlichen Seite der Lagune. Anlässlich seiner Hochzeit ließ er dort eine kleine normannische Kirche bauen, die noch heute ein äußerst beliebter Ort für Trauungen ist. 

Die Thesen Familie wollte eigentlich nach Neuseeland auswandern, aber als sie 1869 in Knysna ankerten, gefiel es ihnen so gut, dass sie beschloss, hier zu bleiben. Sie gründete eine Reederei und baute Möbel und Schiffe. Thesen Island, eine der beiden Halbinseln in der Lagune, trägt ihren Namen.

 

Im Jahre 1878 wurde eine sehr wichtige Entdeckung gemacht. Ein Goldnugget wurde im Karatara Fluß, in der Nähe von Ruigtevlei gefunden. Bald kamen Glücksritter aus der ganzen Welt in den Millwood Wald auf der Suche nach Gold und Millwood wuchs zu einer geschäftigen Stadt. Millwood wurde zu einem „Goldveld“ erklärt, das erste in Südafrika. Es wurde jedoch nicht genug Gold gewonnen, um eine wachsende Stadt zu erhalten, und die Goldmienen wurden aufgegeben. Einige der Goldgräber zogen nach Knysna und nahmen ihre kleinen Häuser mit. Eines dieser alten Goldgräberhäuser ist das Millwood Haus in der Queen Street in Knysna, das heute als kleines Museum fungiert. 

 

Geschichte von Knysna im Überblick:

  • 1804 (George Rex) ein Holzhändler, kaufte die Farm „Melkhoutkraal“ und das angrenzende Land an der Knysna Lagune und gilt als offizieller Gründer von Knysna.
  • 1817 Knysna wurde ein Hafen für Marine- und Handelsschiffe um Waren in die Gegen zu bringen und später das Holz aus der Gegend abzutransportieren.
  • 1870: Arnt Leonard Thesen und seine Familie aus Norwegen erreichten Knysna und ließen sich hier nieder. Sie gründeten das erste Handelshaus und Kontor.
  • 1876: Ein Goldklumpen mit Wert und Gewicht von 17 Pfennig wurde von James Hooper in einem Flussbett bei Ruigtevlei gefunden. Der Fund war groß genug, dass die Behörden einen Zuschuss von 100 Pfund (damals eine beträchtliche Summe) gewährten um weiter nach Gold zu suchen.
  • 1881: Die Siedlungen von Melville und Newhaven wurden vereint, um die Stadt Knysna zu bilden.
  • Knysna in den frühen 1880er Jahren: George Parks, ein Industrieller aus Birmingham, England, kaufte über 3.400 ha des Knysna Waldes als Quelle für eine Fabrik, die Werkzeuge aus Holz herstellte. Er gründete ein einfaches Sägewerk im Wald und eine Mühle in zentraler Lage von Knysna.
  • 1885: Die Goldsuche wurde im Karatara Fluß wieder aufgenommen, nach dem die Suche als erfolgreiches Unterfangen gesehen wurde. Viele Glückssucher siedelten im Bereich von Millwood während der nächsten 10 Jahre, bis sich die Goldsuche als nicht mehr lukrativ erwies.
  • 1904: Charles Wilhelm Thesen kaufte Paarden Island, (das zu den Liegenschaften der Melkhoutkraal Farm gehörte) und begann mit der Holzverarbeitung auf der Insel, die im Jahre 1922 in Thesen Island umbenannt wurde.